Buschbohnen Auszeit
Während die gesammelte Mannschaft (bis auf unseren zweiten Lars) gestern beim Chinakohl zu Gange war, saß Uli ganz allein in den Bohnen. Buschbohnen sind nämlich so eine Sache: Sie sind wunderbar gewachsen und machen uns eigentlich keine Sorgen, aber die Ernte ist enorm zeitaufwendig und der Aufwand lässt sich kaum reell einpreisen.
Da niemand (außer Uli) aus dem Landwirtschaftsteam in diesem Jahr so richtig Lust auf Buschbohnen hatte, hat Uli einen Deal ausgehandelt: Statt wie sonst alle zwei Wochen neue Sätze zu säen, gab es in diesem Jahr nur einen einzigen Termin zur Aussaat und Uli hat sich bereit erklärt, die Bohnen dann auch alle selbst zu ernten.
Uli sagt, wenn man im Blumenkohl steht, dann hat man nach einer halben Stunde kiloweise Köpfe in dutzenden Kisten auf dem Ernte-Anhänger.
In den Bohnen dagegen schafft man als geübter Pflücker oder als geübte Pflückerin in der gleichen Zeit vielleicht gerade mal 9 bis 10 Kilo Bohnen. Das kann schon ein wenig an der Motivation nagen.
Während Uli hochkonzentriert Böhnchen für Böhnchen zackig in die Kiste legt, lässt sich erahnen, dass er den Bohnen-Deal mit dem Alleine-Ernten wohl nicht ganz uneigennützig gemacht hat.
Neben den Bohnen reihen sich die schönsten Kulturen: Fenchel wie aus dem Bilderbuch und Radicchio fein gesprenkelt und wie gemalt. Manche Pflanzen sind stehengeblieben und in die Blüte geschossen. Der Asiasalat bereitet den Summern und Brummern mit seinen zarten gelben Blüten ein Festmahl und zwischendrin ragen geschossene Kopfsalate wie kleine Tannen dem Himmel entgegen.
So zwischen all dem grünen, bunten und summenden Leben wird das Bohnenpflücken fast schon zur kleinen Auszeit. Oder wie Uli sagt: Hier kann man richtig gut neue Pläne schmieden.
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