Ein langer Winter für die Bauern
So lange Frostphasen sind wir hier gar nicht mehr gewohnt. Auf dem Acker herrscht gerade fast kompletter Stillstand. Die letzten 16-und-ein-bisschen-Reihen Porree sind eingefroren, da geht im Moment nichts mehr. Gestern konnte die Landwirtschaftscrew immerhin ein wenig Rosenkohl pflücken, der dem Schnee tapfer trotzt.
So ein richtiger Winter zwingt nicht nur zum Stillstand, sondern bringt auch jede Menge zusätzliche Arbeit abseits der Routine. Schneemassen vom Hof räumen, Rinder und Hühner betüddeln und darauf achten, dass alle Tränken frostfrei bleiben und die Tiere trockene Liegeplätze haben. Und noch so viel mehr kleine und große Dinge, die bei Frost und Schnee auf so einem Hof plötzlich Beachtung brauchen.
Uli meint, jetzt dürfte sich der Frühling langsam blicken lassen oder sich zumindest vorsichtig ankündigen.
Unser Lagergemüse neigt sich nämlich dem Ende zu. Bis Februar kommen wir wohl noch hin, dann sind die letzten Kisten Möhren, Rote Bete und der Sellerie verkauft.
Für einen landwirtschaftlichen Betrieb ist es natürlich immer etwas eleganter, wenn sich zu den fixen (und sonstiges) Ausgaben auch Einnahmen gesellen. In den Wintermonaten ist dieses Gleichgewicht jedoch oft gar nicht oder nur schwer zu halten.
Andererseits heißt das auch: Wir sind in der überaus glücklichen Lage, fast unser gesamtes Gemüse bereits verkauft zu haben. Wie so oft ist alles eine Frage der Perspektive.
Nächste Woche ziehen außerdem die ersten Jungpflanzen für die Gewächshäuser bei uns ein. Eigentlich ist das gerade kein guter Zeitpunkt, denn dafür ist es aktuell viel zu kalt. Aber solche Bestellungen werden Wochen oder sogar Monate im Voraus gemacht.
Für die Bauern ist das immer ein bisschen wie Roulette, denn niemand weiß, was das Wetter in ein paar Wochen oder Monaten für uns bereithält.
Aber wenn man den alten Bauernregeln für den Januar Glauben schenkt, lässt sich zumindest für den Sommer ein bisschen was vorhersagen:
Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß.
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